Kurzantwort: Die beste Backup-Software ist die, die automatisch läuft und deren Wiederherstellung Sie getestet haben. Für Windows ist der kostenlose Veeam Agent die stärkste Wahl (komplette Systemabbilder), für Mac das eingebaute Time Machine (null Konfiguration). Wer verschlüsselte Backups auf eigene Ziele will, greift zu Duplicati (mit grafischer Oberfläche) oder BorgBackup (für Linux-Fans mit Kommandozeile). Teure Kaufsoftware braucht zu Hause fast niemand.
Inhalt:
- Worauf es bei Backup-Software wirklich ankommt
- Windows: Veeam Agent, Windows-Sicherung und Duplicati
- Mac: Time Machine und Alternativen
- Linux und NAS: BorgBackup, restic und Duplicati
- Kostenpflichtige Tools: Wann lohnen sie sich?
- Cloud-Backup-Dienste: Eine eigene Kategorie
- Die ehrliche Empfehlung pro Nutzertyp
- Das Wichtigste in Kürze
- Häufige Fragen
- Quellen

Worauf es bei Backup-Software wirklich ankommt
Bevor wir einzelne Programme vergleichen: Die meisten Kaufentscheidungen bei Backup-Software scheitern nicht an der Software, sondern an den Kriterien. Diese sechs Punkte entscheiden, ob ein Tool für Sie taugt:
- Automatisierung: Das Backup muss ohne Ihr Zutun laufen – per Zeitplan, beim Anschließen der Platte oder kontinuierlich. Alles, was manuelles Starten erfordert, wird nach drei Wochen vergessen.
- Versionierung: Sie brauchen alte Stände, nicht nur den neuesten. „Die Datei von vor drei Wochen" ist der häufigste Wiederherstellungsfall – vor Plattendefekten.
- Verschlüsselung: Backups enthalten alles – auch Steuererklärungen und private Fotos. AES-256-Verschlüsselung mit einem Passwort, das nur Sie kennen, ist bei externen Zielen Pflicht.
- Inkrementelle Sicherung: Nach dem ersten Vollbackup werden nur Änderungen übertragen. Spart Zeit, Speicher und – bei Cloud-Zielen – Upload-Volumen.
- Wiederherstellung: Wie einfach kommt man an einzelne Dateien? Gibt es ein Notfallmedium für die komplette Systemwiederherstellung? Das ist der Moment, in dem sich gute von schlechten Tools trennen.
- Überwachung: Sie müssen merken, wenn ein Backup fehlschlägt. E-Mail-Benachrichtigungen oder zumindest ein gut sichtbares Status-Symbol sind kein Luxus.
Ein siebter, oft vergessener Punkt: Offenheit des Formats. Kann ein anderes Programm Ihre Backups lesen, falls der Hersteller pleitegeht oder das Tool eingestellt wird? Offene Formate (oder zumindest dokumentierte) sind ein handfester Vorteil.
Windows: Veeam Agent, Windows-Sicherung und Duplicati
Veeam Agent for Windows (kostenlos) ist unsere klare Empfehlung für die meisten Windows-Nutzer. Veeam ist eigentlich ein Profi-Hersteller für Unternehmens-Backups – die kostenlose Agent-Version bringt diese Zuverlässigkeit auf den Heim-PC: komplette Systemabbilder (Bare-Metal-Recovery), dateibasierte Backups, inkrementelle Sicherung, Verschlüsselung und ein bootfähiges Wiederherstellungsmedium. Die Einrichtung dauert zehn Minuten, danach läuft alles per Zeitplan. Der Haken: Die Oberfläche ist auf Englisch und wirkt professionell-nüchtern – wer klickbunte Assistenten erwartet, muss sich kurz eingewöhnen. Für ein Gratis-Tool ist der Funktionsumfang schlicht ungeschlagen.
Die Windows-eigene Sicherung (Dateiversionsverlauf und Systemabbild) ist besser als ihr Ruf, aber halbherzig gepflegt: Der Dateiversionsverlauf sichert nur Bibliotheken und ist in Windows 11 gut versteckt, das Systemabbild-Tool gilt als veraltet und wird von Microsoft kaum noch weiterentwickelt. Als Notlösung okay, als Strategie zu dünn – zumal die Wiederherstellung im Ernstfall fummelig ist. Unser Rat: Wenn Sie schon dabei sind, installieren Sie gleich ein richtiges Tool.
Duplicati (kostenlos, Open Source) ist die richtige Wahl, wenn das Backup-Ziel nicht nur eine USB-Platte sein soll: Das Tool sichert verschlüsselt (AES-256), inkrementell und komprimiert auf eine beeindruckende Liste von Zielen – lokale Platten, NAS per SMB, FTP, SSH, WebDAV und zahlreiche Cloud-Speicher (S3-kompatible, Google Drive, OneDrive, Dropbox u. a.). Die Bedienung läuft über eine Weboberfläche im Browser, Zeitpläne und E-Mail-Benachrichtigungen sind eingebaut. Wie ComputerWeekly in der Übersicht kostenloser Backup-Tools festhält, ist Duplicati explizit für Offsite-Backups auf verschiedenen Speicherlösungen ausgelegt – genau das, was die 3-2-1-Regel für die externe Kopie verlangt. Der Wermutstropfen: Die Entwicklung verläuft gemächlich, und bei sehr großen Datenmengen (> einige TB) wird die eingebaute Datenbank manchmal träge. Für normale Haushalte aber eine ausgezeichnete Wahl.
Kurz für Windows: Veeam Agent für Systemabbilder auf die externe Platte, Duplicati für verschlüsselte Cloud- oder NAS-Backups – zusammen decken die beiden Gratis-Tools fast alles ab.
Mac: Time Machine und Alternativen
Time Machine (eingebaut, kostenlos) ist der Grund, warum Mac-Nutzer es beim Backup am einfachsten haben: Externe Platte anschließen, als Backup-Volume bestätigen, fertig. Ab dann sichert macOS stündlich, versioniert, im Hintergrund – und die Wiederherstellung einzelner Dateien über die zeitliche Zeitleiste ist so elegant gelöst wie kaum sonst wo. Aktivieren Sie unbedingt die Verschlüsselung des Backup-Volumes (wird beim Einrichten angeboten): Dann ist die Platte bei Diebstahl wertlos für Finder. Time Machine sichert übrigens auch auf Netzwerkziele (z. B. ein NAS mit Time-Machine-Unterstützung) – praktisch, wenn mehrere Macs im Haushalt leben. Schwächen: kein Offsite-Backup von Haus aus (dafür braucht es Zusatztools), und die Wiederherstellung eines kompletten Systems erfordert den macOS-Wiederherstellungsmodus – funktioniert, ist aber nichts für schwache Nerven.
Carbon Copy Cloner und SuperDuper! (kostenpflichtig, ca. 40–50 US-Dollar) erstellen bootfähige 1:1-Kopien Ihrer Mac-Festplatte: Im Ernstfall booten Sie direkt vom Klon und arbeiten weiter, als wäre nichts gewesen. Das ist ein anderes Konzept als Time Machine (Klon statt Versionen) und als Ergänzung sinnvoll – etwa ein monatlicher Klon auf eine zweite Platte, die außer Haus lagert. Für die meisten reicht Time Machine plus eine Cloud-Kopie; wer auf null Ausfallzeit angewiesen ist, schaut sich die Klon-Tools an.
Duplicati und restic laufen auch auf dem Mac und eignen sich für verschlüsselte Offsite-Backups – die Kombination „Time Machine lokal, Duplicati verschlüsselt in die Cloud" ist ein vollständiges 3-2-1-Setup für Mac-Haushalte.
Linux und NAS: BorgBackup, restic und Duplicati
Auf Linux regiert die Kommandozeile – und das ist hier ein Vorteil, denn die stärksten Tools sind ohnehin Terminal-Programme.
BorgBackup (kostenlos, Open Source) ist der Geheimtipp unter Admins: deduplizierende, komprimierte und AES-verschlüsselte Backups, bei denen gleiche Datenblöcke nur einmal gespeichert werden – auch über viele Backup-Stände hinweg. Das spart bei versionierten Backups enorm Speicherplatz. Borg verwaltet Repositories lokal oder auf entfernten Servern per SSH, prüft die Integrität der Archive und lässt sich per Borgmatic (Konfigurationsdatei statt Skript-Bastelei) und systemd-Timern vollautomatisch betreiben. Wie die BorgBackup-Dokumentation zeigt, sind Einrichtung und Automatisierung mit wenigen Befehlen erledigt – inklusive Append-Only-Modus, der Backups sogar vor Ransomware schützt, die den Backup-Server erreicht. Der Preis: keine grafische Oberfläche (Drittanbieter-Frontends wie Vorta für den Desktop gibt es), und man sollte die Kommandozeile nicht fürchten.
restic (kostenlos, Open Source) ist Borgs modernerer Verwandter mit einem entscheidenden Vorteil: nativer Cloud-Support. restic sichert verschlüsselt direkt auf S3-kompatible Speicher, SFTP-Server, lokale Platten und viele Cloud-Dienste – ohne Umwege. Wer seine Linux-Backups direkt in einen Cloud-Speicher schreiben will, ist mit restic oft schneller am Ziel als mit Borg. Deduplizierung und Verschlüsselung sind ebenfalls eingebaut.
Duplicati gibt es auch für Linux und ist dort die einzige ernsthafte Option mit grafischer Oberfläche – für alle, die ungern im Terminal arbeiten.
Auf dem NAS bringen Synology (Hyper Backup) und QNAP (Hybrid Backup Sync) eigene Backup-Lösungen mit: versionierte Backups auf externe Platten, andere NAS oder Cloud-Ziele, mit Zeitplänen und Verschlüsselung. Für NAS-zu-NAS- und NAS-zu-Cloud-Szenarien sind die Bordmittel meist völlig ausreichend – erst bei speziellen Anforderungen (z. B. Borg-Repositories) greift man zu Container- oder Drittanbieter-Lösungen.
Kostenpflichtige Tools: Wann lohnen sie sich?
Acronis True Image (heute „Acronis Cyber Protect Home Office"), Macrium Reflect, AOMEI Backupper, Carbon Copy Cloner – die Liste kaufbarer Backup-Programme ist lang, die Preise liegen typischerweise zwischen 40 und 100 Euro (als Kauf oder Abo, Stand: September 2026). Die ehrliche Frage: Was können sie, was die Gratis-Tools nicht können?
Meistens: wenig. Die Kernfunktionen – Abbild, inkrementell, Verschlüsselung, Zeitplan, Wiederherstellungsmedium – beherrschen Veeam Agent, Time Machine und BorgBackup genauso gut oder besser. Kaufsoftware punktet eher bei Komfort (deutsche Oberfläche, Telefon-Support, schicke Assistenten) und in Nischen: Klon-Tools für bootfähige Mac-Kopien, Spezialfunktionen wie universelles Restore auf andere Hardware oder Ransomware-Schutz-Erkennung.
Unsere Faustregel: Geben Sie erst Geld aus, wenn ein Gratis-Tool an einer konkreten Anforderung scheitert – nicht vorher. „Vielleicht brauche ich mal…" ist kein Kaufgrund bei Software, die Sie im Ernstfall ohnehin erst richtig kennenlernen. Die einzige Ausnahme: Wer Support per Telefon braucht (z. B. für die Backup-Strategie eines kleinen Unternehmens ohne IT-Abteilung), kauft mit der Lizenz auch einen Ansprechpartner – das kann sein Geld wert sein.

Cloud-Backup-Dienste: Eine eigene Kategorie
Neben Software-zum-Selbstbetreiben gibt es Backup-Dienste, bei denen Software und Speicher aus einer Hand kommen: Backblaze Computer Backup (bekannt für unbegrenzten Speicher zu einem Festpreis), Carbonite, CrashPlan. Das Prinzip: Client installieren, alles wird automatisch und versioniert in die Cloud des Anbieters gesichert – die externe 3-2-1-Kopie quasi im Abo.
Vorteile: null Konfiguration, keine eigene Hardware, automatisches Offsite-Backup. Nachteile: laufende Kosten (typischerweise um die 70–100 US-Dollar pro Jahr und Rechner, Stand: September 2026), Vertrauen in einen weiteren Anbieter, und die Wiederherstellung großer Datenmengen dauert je nach Leitung Tage (manche Dienste verschicken auf Wunsch Festplatten mit den Daten – gegen Aufpreis).
Für wen das passt: Alle, die partout keine eigene Backup-Infrastruktur betreiben wollen und deren Datenvolumen moderat ist. Als einzige Backup-Strategie ist es uns zu einseitig – als bequeme dritte Kopie neben lokalem Backup dagegen eine runde Sache. Beachten Sie: Die Daten liegen beim Anbieter – prüfen Sie Verschlüsselung (idealerweise mit eigenem Schlüssel) und Serverstandort, gerade unter DSGVO-Gesichtspunkten.
Die ehrliche Empfehlung pro Nutzertyp
- Windows-Heimanwender: Veeam Agent (kostenlos) für automatische Systemabbilder auf die externe Platte. Wer zusätzlich in die Cloud sichern will: Duplicati dazu.
- Mac-Haushalt: Time Machine mit verschlüsseltem Volume – plus Duplicati oder restic für die verschlüsselte Cloud-Kopie. Mehr braucht es selten.
- Linux-Nutzer / Admins: BorgBackup (mit Borgmatic) für lokale und Server-Backups, restic für Cloud-Ziele. Beide kostenlos, beide erstklassig.
- NAS-Besitzer: Die Bordmittel (Hyper Backup, Hybrid Backup Sync) für NAS-Backups auf Platte und in die Cloud – erst bei Spezialwünschen Drittanbieter-Tools.
- Kleine Unternehmen ohne IT: Hier darf es etwas kosten – Acronis & Co. mit Support-Vertrag, oder ein IT-Dienstleister, der Veeam & Co. professionell betreibt. Die 3-2-1-Regel gilt auch (gerade!) im Büro.
Egal für welches Tool Sie sich entscheiden: Lesen Sie unsere Erklärung der 3-2-1-Backup-Regel für die Strategie dahinter – und wenn die externe Platte noch fehlt, hilft unsere Kaufberatung für externe Festplatten. Unter Windows 11 zeigen wir außerdem in einem eigenen Artikel, wie Sie die Windows-11-Boardmittel für Backups optimal nutzen.
- Die beste Software ist die, die läuft: Automatisierung schlägt Funktionsumfang – jedes Tool, das Sie manuell starten müssen, wird vergessen.
- Windows: Veeam Agent (kostenlos) für Systemabbilder ist die stärkste Gratis-Wahl; Duplicati ergänzt für verschlüsselte Cloud-/NAS-Ziele.
- Mac: Time Machine (mit Verschlüsselung!) reicht für die meisten – plus ein Offsite-Tool für die 3-2-1-Regel.
- Linux: BorgBackup und restic sind erstklassig, kostenlos und Open Source – Kommandozeile vorausgesetzt.
- Kaufsoftware braucht zu Hause fast niemand: Erst Geld ausgeben, wenn ein Gratis-Tool an einer konkreten Anforderung scheitert.
- Testen Sie die Wiederherstellung, bevor Sie sie brauchen – das gilt für jedes Tool auf dieser Liste.
Häufige Fragen
Reicht die kostenlose Version von Veeam wirklich für zu Hause?
Ja. Der kostenlose Veeam Agent sichert komplette Systeme, einzelne Volumes und Dateien, inkrementell und verschlüsselt, mit Zeitplänen und Wiederherstellungsmedium. Die kostenpflichtigen Veeam-Produkte richten sich an Unternehmen (zentrale Verwaltung, virtuelle Infrastrukturen) – für einen Heim-PC fehlt Ihnen nichts.
Kann ich mehrere Backup-Programme gleichzeitig nutzen?
Ja, und es ist oft sinnvoll: z. B. Veeam für das lokale Systemabbild plus Duplicati für die verschlüsselte Cloud-Kopie. Achten Sie nur darauf, dass sich Zeitpläne nicht in die Quere kommen (nicht zwei Vollbackups gleichzeitig auf dieselbe langsame Platte).
Was ist der Unterschied zwischen Klon und Abbild?
Ein Klon ist eine 1:1-Kopie zum direkten Weiterarbeiten (bootfähig), ein Abbild ist ein komprimierter, versionierter Container zum Wiederherstellen. Klone sind toll für null Ausfallzeit, Abbilder besser für „die Datei von vor drei Wochen". Idealerweise haben Sie beides – mindestens aber versionierte Abbilder.
Wie oft sollte das Backup laufen?
Täglich für Arbeitsdaten (automatisiert über Nacht), wöchentlich fürs Systemabbild, monatlich ein zusätzlicher Stand außer Haus. Faustregel: Der maximale Datenverlust entspricht dem Abstand zwischen zwei Backups – entscheiden Sie bewusst, wie viel Ihnen ein Tag Arbeit wert ist.
Sind meine Backups in der Cloud sicher vor Ransomware?
Nur mit Versionierung und Löschschutz: Moderne Ransomware verschlüsselt auch Netzlaufwerke und synchronisierte Cloud-Ordner. Ein Backup-Tool, das versionierte, vom Sync getrennte Stände schreibt (wie Duplicati, Borg oder restic), ist dagegen gefeit – solange Angreifer nicht die Backup-Zugangsdaten selbst erbeuten. Deshalb: eigene, starke Passwörter für Backup-Ziele.
Quellen
- ComputerWeekly: Kostenlose Backup-Tools im Überblick (u. a. Duplicati für Offsite-Backups, AES-256, inkrementell): https://www.computerweekly.com/de/tipp/14-Open-Source-und-Freeware-Tools-fuer-kostenloses-Backup
- BorgBackup: Dokumentation zu Deduplizierung, Verschlüsselung und Automatisierung: https://github.com/lean-stack/linux-docs/blob/HEAD/src/content/docs/administration/backup/borg.mdx
Alle Preisangaben: Stand September 2026. Hersteller ändern Preise und Funktionsumfänge – prüfen Sie vor der Entscheidung die aktuellen Konditionen.
