Cloud-Speicher im Vergleich: iCloud, Google Drive, OneDrive und Dropbox

Abstrakte redaktionelle Illustration zum Thema Datenspeicher: abstrakte Cloud-Symbole verschiedener Anbieter, dunkles Schiefergrau mit warmen Amber-Akzenten

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Kurzantwort: Die vier Cloud-Riesen unterscheiden sich weniger im Preis als im Ökosystem: iCloud+ zu Apple (50 GB 0,99 €, 2 TB 9,99 €), Google One zu Google (100 GB 1,99 €, 2 TB 9,99 €), OneDrive mit Microsoft 365 (1 TB für 99 €/Jahr), Dropbox mit dem besten Sync (2 TB ab ca. 10 €/Monat). Stand: September 2026.

Inhalt:

Abstrakte Illustration: abstrakte Cloud-Symbole verschiedener Anbieter, dunkles Schiefergrau mit Amber-Akzenten

Die vier im Überblick

Bevor wir ins Detail gehen, der direkte Vergleich der wichtigsten Kennzahlen. Alle Preise sind Monatspreise in Deutschland, Stand September 2026:

iCloud+ Google One OneDrive Dropbox
Gratis 5 GB 15 GB 5 GB 2 GB
Einstieg 50 GB / 0,99 € 100 GB / 1,99 € – –
Mittel 200 GB / 2,99 € 200 GB / 2,99 € – –
Groß 2 TB / 9,99 € 2 TB / 9,99 € 1 TB via Microsoft 365 (99 €/Jahr) 2 TB / ca. 10–12 €
Familienfreigabe bis 5 Personen bis 5 Personen bis 6 Personen (Family) nur Family-Tarif
Stärkste Plattform Apple-Geräte Android & Web Windows & Office plattformübergreifend
Serverstandort USA/EU USA/EU USA/EU USA/EU

Zwei Dinge fallen sofort auf: Erstens liegen die Preise der US-Anbieter erstaunlich nah beieinander – 2 TB kosten überall rund 10 Euro im Monat. Zweitens ist keiner der vier ein europäischer Anbieter mit Servern ausschließlich in der EU. Wem das wichtig ist, findet deutsche Cloud-Anbieter im Vergleich.

iCloud+: Der Apple-Weg

iCloud+ ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit für Apple-Nutzer: iPhone-Backups, die Fotomediathek und die Synchronisation zwischen iPhone, iPad und Mac laufen nur über iCloud. Die Tarife sind simpel gestaffelt: 5 GB gibt es gratis, danach 50 GB für 0,99 Euro, 200 GB für 2,99 Euro und 2 TB für 9,99 Euro pro Monat – größere Stufen mit 6 TB (29,99 €) und 12 TB (59,99 €) existieren für Profis mit riesigen Fotobibliotheken (Quelle).

Der Clou an iCloud+: Der Speicher lässt sich per Familienfreigabe mit bis zu fünf weiteren Personen teilen, ohne dass diese Ihre Dateien sehen – jeder behält seinen privaten Bereich. Für Familien ist der 200-GB-Tarif für 2,99 Euro damit oft die günstigste Lösung überhaupt: umgerechnet 50 Cent pro Person und Monat.

Die Kehrseite: Außerhalb des Apple-Kosmos ist iCloud+ kaum zu gebrauchen. Unter Windows gibt es einen passablen Client, unter Android praktisch nur den Browser-Zugang. Wer also iPhone und Windows-PC kombiniert, lebt mit Kompromissen. Und 5 GB gratis sind in Zeiten von 4K-Videos ein Witz – ein einziges iPhone-Backup sprengt das Kontingent regelmäßig, was kein Zufall, sondern Geschäftsmodell ist.

Google One: Der Speicher für alles von Google

Google One ist der flexibelste Speicher der vier, weil er alles unter einem Dach vereint: Gmail, Google Drive und Google Fotos teilen sich ein Kontingent. Mit 15 GB startet Google deutlich großzügiger als die Konkurrenz ins Gratis-Segment. Die Bezahlstufen: 100 GB (Basic) für 1,99 Euro, 200 GB (Standard) für 2,99 Euro, 500 GB für 4,99 Euro und 2 TB (Premium) für 9,99 Euro pro Monat – auch hier lässt sich der Speicher mit bis zu fünf Familienmitgliedern teilen (Quelle, Quelle).

Google One ist die natürliche Wahl für Android-Nutzer: Handy-Backups, Fotos und Dokumente fließen automatisch zusammen. Die Web-Oberfläche ist ausgereift, die Kollaboration in Docs, Tabellen und Präsentationen nach wie vor ungeschlagen. Wer viel mit anderen zusammenarbeitet, kommt an Google kaum vorbei.

Der Preis dafür ist bekannt: Google finanziert sich über Daten. Zwar beteuert Google, keine Drive-Inhalte für Werbung auszuwerten, doch das Geschäftsmodell des Konzerns bleibt datengetrieben – wer das grundsätzlich stört, ist bei Google falsch, unabhängig von allen Beteuerungen. Auch die Kontosperr-Praxis von Google ist ein reales Risiko: Wer sein Google-Konto verliert, verliert gleichzeitig E-Mails, Fotos und Dokumente. Ein Backup nach der 3-2-1-Regel ist bei keinem Anbieter optional, bei Google erst recht nicht.

OneDrive: 1 TB als Beifang von Microsoft 365

OneDrive spielt preislich in einer eigenen Liga – aber nur im Paket. Einzeln ist OneDrive mit 5 GB Gratis-Speicher mager ausgestattet, doch wer Microsoft 365 Single abonniert (Listenpreis 99 Euro pro Jahr), bekommt 1 TB OneDrive-Speicher plus die vollen Office-Desktop-Apps dazu (Quelle). Umgerechnet sind das 8,25 Euro im Monat für 1 TB plus Word, Excel und PowerPoint – als reiner Speichertarif unschlagbar, sofern man Office ohnehin braucht oder will.

Die Integration in Windows ist nahtlos: Der persönliche Ordner lässt sich komplett in OneDrive spiegeln, die „Dateien bei Bedarf"-Funktion hält die Festplatte frei, und die Office-Zusammenarbeit funktioniert direkt im Browser. Für Windows-Nutzer, die Microsoft 365 ohnehin einsetzen, gibt es kaum einen Grund, zusätzlich für iCloud oder Google One zu zahlen.

Ohne Microsoft 365 sieht die Rechnung anders aus: Dann ist OneDrive ein mittelmäßiger Speicher mit kleinem Gratis-Kontingent und wenig eigenständigem Profil. Die Entscheidung für OneDrive fällt deshalb fast immer über die Office-Frage, nicht über den Speicher selbst.

Dropbox: Der Sync-Spezialist

Dropbox war der erste große Cloud-Speicher und ist bis heute der beste in genau einer Disziplin: der zuverlässigen Synchronisation. Die Block-Level-Synchronisation überträgt bei geänderten Dateien nur die veränderten Teile statt der ganzen Datei – bei großen Dateien ein enormer Geschwindigkeitsvorteil, den die Konkurrenz so nicht bietet. Dazu kommen ausgereifte Freigabe-Optionen mit Passwortschutz und Ablaufdatum sowie eine Versionshistorie, die versehentlich überschriebene Dateien rettet.

Der Haken ist der Preis: Dropbox Basic verschenkt nur 2 GB – das reicht nicht einmal für einen USB-Stick-Ersatz. Dropbox Plus mit 2 TB kostet je nach Abrechnungsart rund 10 bis 12 Euro im Monat (119,88 Euro im Jahr), also spürbar mehr als iCloud+ oder Google One für dieselbe Menge (Quelle). Dropbox positioniert sich damit klar als Profi-Werkzeug für Freiberufler und Teams, nicht als günstiger Massenspeicher.

Für wen lohnt sich das? Wer täglich große Dateien mit Kunden oder Kollegen teilt, auf mehreren Rechnern parallel arbeitet oder die Versionshistorie als Sicherheitsnetz braucht, bekommt bei Dropbox das ausgereifteste Gesamtpaket. Wer nur Fotos sichern will, zahlt woanders weniger.

Gratis-Tarife: Was 2, 5 oder 15 GB wirklich bringen

Die kostenlosen Kontingente klingen großzügiger, als sie sind. Rechnen wir ehrlich: 2 GB (Dropbox) fassen ein paar hundert Fotos oder eine Handvoll Dokumente – als Dauerlösung unbrauchbar. 5 GB (iCloud, OneDrive) reichen nicht einmal für ein einziges aktuelles Smartphone-Backup. 15 GB (Google) sind der einzige Gratis-Tarif, mit dem man im Alltag wirklich arbeiten kann: ein paar tausend Fotos plus Dokumente und E-Mails passen hinein.

Die Gratis-Tarife sind also Lockangebote mit unterschiedlicher Großzügigkeit – und das ist legitim, solange man es weiß. Als Faustregel: Wer mehr als ein Gerät sichern oder seine Fotobibliothek in der Cloud haben will, kommt um einen Bezahl-Tarif nicht herum. Die gute Nachricht: Die Einstiegstarife um 1 bis 3 Euro im Monat sind für die meisten Privatanwender völlig ausreichend. Erst riesige 4K-Videobibliotheken treiben in die 2-TB-Klasse.

Stilisierte Szene: Wolken-Symbole über einer Weltkarte (abstrakt), dunkles Schiefergrau mit Amber-Akzenten

Datenschutz: Was mit Ihren Daten passiert

Alle vier Anbieter sitzen in den USA und unterliegen damit US-Recht – inklusive der Zugriffsmöglichkeiten, die der CLOUD Act US-Behörden einräumt. Technisch verschlüsseln alle vier Ihre Daten bei der Übertragung und auf ihren Servern, aber standardmäßig nicht Ende-zu-Ende: Der Anbieter hält die Schlüssel und könnte Ihre Daten im Prinzip lesen. iCloud bietet mit dem optionalen „Erweiterten Datenschutz" eine Ausnahme für Apple-Nutzer, die diese Funktion aktiv einschalten.

Was heißt das praktisch? Für Familienfotos und Alltagsdokumente ist das Schutzniveau aller vier Anbieter für die meisten Menschen ausreichend. Für Steuerunterlagen, Verträge, Ausweisscans und andere sensible Dokumente gilt: Entweder Sie verschlüsseln selbst vor dem Upload (zum Beispiel mit Cryptomator oder einem verschlüsselten Container), oder Sie wählen einen Anbieter mit echter Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Einen Überblick über datenschutzorientierte Alternativen mit Servern in Deutschland finden Sie in unserem Vergleich deutscher Cloud-Anbieter.

Ein Hinweis in eigener Sache: Dieser Abschnitt ist eine Orientierungshilfe, keine Rechtsberatung. Ob ein US-Anbieter für Ihre konkreten Daten – etwa im beruflichen Kontext – DSGVO-konform einsetzbar ist, hängt vom Einzelfall ab und sollte im Zweifel mit fachkundiger Beratung geklärt werden.

Für wen welcher? Die ehrliche Empfehlung

Statt eines künstlichen „Testsiegers" die ehrliche Zuordnung nach Lebenslage:

  • Apple-Haushalt (iPhone, iPad, Mac): iCloud+. Alles andere ist Selbstkasteiung. 200 GB für 2,99 Euro teilen sich bis zu sechs Personen.
  • Android-Nutzer und Google-Arbeiter: Google One. 15 GB gratis sind der beste Einstieg, 100 GB für 1,99 Euro lösen fast alle Probleme.
  • Windows-Nutzer mit Office-Bedarf: Microsoft 365 Single. 1 TB OneDrive plus Office für 99 Euro im Jahr ist das beste Preis-Leistungs-Verhältnis im gesamten Vergleich.
  • Freiberufler und Teams mit vielen Freigaben: Dropbox Plus. Teurer, aber die beste Synchronisation und die ausgereiftesten Freigabe-Funktionen.
  • Datenschutzbewusste: Keiner der vier – schauen Sie sich deutsche Anbieter oder die Kostenrechnung Cloud gegen NAS an.
  • 2 TB kosten überall rund 10 €/Monat – der Preis entscheidet nicht, das Ökosystem schon.
  • iCloud+ (ab 0,99 €) für Apple-Nutzer, Google One (ab 1,99 €) für Android und Web-Arbeiter.
  • OneDrive lohnt sich fast nur im Paket mit Microsoft 365 (1 TB + Office für 99 €/Jahr).
  • Dropbox (2 TB ca. 10–12 €/Monat) ist der teuerste, aber auch der beste Synchronisierer.
  • Keiner der vier verschlüsselt standardmäßig Ende-zu-Ende; sensible Dokumente zusätzlich selbst verschlüsseln.
  • Alle Preise: Stand September 2026.

Häufige Fragen

Kann ich mehrere Cloud-Speicher kombinieren?

Ja, und oft ist das sogar sinnvoll: Viele nutzen zum Beispiel iCloud für iPhone-Backups und Fotos, Google Drive für die Zusammenarbeit und OneDrive für Office-Dokumente. Achten Sie nur darauf, den Überblick zu behalten – verteilte Daten sind vergessene Daten. Legen Sie fest, welche Datenkategorie wo liegt, und dokumentieren Sie das für sich.

Was passiert mit meinen Daten, wenn ich kündige?

Alle vier Anbieter gewähren nach der Kündigung eine Karenzzeit (meist 30 Tage oder mehr), in der Sie Ihre Daten herunterladen können – danach wird der Speicher auf das Gratis-Kontingent zurückgestuft und überzählige Daten werden nach und nach gelöscht. Laden Sie deshalb vor der Kündigung alles herunter, was Sie behalten wollen. Ein lokales Backup nach der 3-2-1-Regel macht Sie von solchen Fristen unabhängig.

Zählen geteilte Familienordner mehrfach gegen das Kontingent?

Nein – bei iCloud+ und Google One teilen sich bis zu sechs bzw. fünf Personen einen Speicherplan, aber jede Person behält ihren privaten Bereich. Das Kontingent wird gemeinsam verbraucht, die Dateien bleiben getrennt. Praktisch heißt das: Eine Person mit riesiger Fotobibliothek kann den Familienspeicher allein füllen – sprechen Sie den Verbrauch gelegentlich durch.

Ist die Cloud sicher vor Ransomware?

Nur bedingt. Cloud-Speicher synchronisieren auch verschlüsselte Dateien brav mit – ein Ransomware-Befall auf Ihrem Rechner landet so in der Cloud. Was hilft: die Versionshistorie der Anbieter (Dropbox, OneDrive und Google behalten alte Dateiversionen) und – wichtiger – ein echtes Backup auf einem Medium, das nicht dauerhaft verbunden ist. Die Cloud ist Synchronisation, kein Backup-Ersatz.

Quellen

Alle Preise: Stand September 2026. Anbieter ändern Tarife regelmäßig – prüfen Sie die aktuellen Konditionen vor dem Abschluss.